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Zuletzt geändert am 18.06.2019



Über das Teilen

von Netti Gruber


Essen teilen, Beiträge auf Facebook teilen, Kleidung teilen, Meinungen teilen, Carsharing, gute Neuigkeiten weitererzählen, Wissen teilen, Liebe zeigen, Werkzeuge und Maschinen teilen, Geld spenden, gute Laune verbreiten … diese Liste ließe sich lange fortsetzen, nicht wahr?

Die Frage, wie und was wir Menschen teilen, ist uralt. Michael Tomasello, Co-Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, schlussfolgert aus vergleichenden Beobachtungen von Kleinkindern und Menschenaffen, dass nur der Mensch von Geburt an ein kooperatives und hilfsbereites Wesen ist. Unsere Vorfahren hätten nur durch Zusammenarbeit bei der Suche und Verteilung von Nahrung überlebt (gelesen auf www.bpb.de).

Teilen und Schenken haben zwei Seiten. Die eine Seite findet man vielleicht nicht so toll, wenn man sich von etwas trennen muss. Die andere Seite jedoch bringt angenehme Gefühle mit sich: Freude und Dankbarkeit. Und es kommt stark darauf an, warum ich etwas mit jemandem teile. Mache ich es, weil ich etwas loswerden möchte, weil ich den Bedarf bei anderen sehe, weil Ressourcen geschont werden, weil ich besser dastehen möchte oder weil es mir mein Gewissen sagt? Teilen fühlt sich gut an. Aber auch bekommen. Wir hoffen darauf, dass wir, wenn wir geben, auch nehmen dürfen.

„Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteilter Schmerz ist halber Schmerz.“ – so sagt ein Sprichwort. Und tatsächlich: Die Freude ist größer, wenn sich ein anderer mit mir freut und der Kummer wird weniger, wenn mir jemand zuhört und Trost schenkt. Positive Effekte auf der einen und auf der anderen Seite!

Zum Abschluss, bevor ich euch mit euren Gedanken zu diesem Thema alleine lasse, möchte ich eines meiner Lieblingszitate mit euch teilen, das mich als Lebensmotto begleitet:

„Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück zu erfüllen, auch sich, das ist gut.“

Bertold Brecht, „Der gute Mensch von Sezuan“


Die im GILDENWEG geäußerte persönliche Meinung und Ansicht von AutorInnen muss nicht notwendiger Weise mit jener der Redaktion übereinstimmen.


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